Häuser in Schwarzenberg, (c) Jana Sabo, friendship.is
FAQs zum teilweisen Ersatz von Einkünften aus der Privatvermietung

COVID-19 Förderung für Privatvermieter

Die wichtigsten Fragen zur Förderung von Privatvermietern laut Sonderrichtlinie gemäß Härtefallfondsgesetz (BGBl I Nr. 36/2020) und Covid-19-Schutzmaßnahmen-Verordnungen (Stand der Informationen 9.6.2021).

Ziel der Förderung ist es, die durch die Ausbreitung von SARS-CoV-2 (COVID-19) entstandenen Härtefälle bei der Privatzimmervermietung im Sinne des Härtefallfondsgesetzes durch Zuschüsse abzufedern. Gefördert werden Vermieter, die durch die COVID-19-Krise wirtschaftlich signifikant betroffen sind.

WER KANN DIE FÖRDERUNG BEANTRAGEN?

Privatvermieter mit Hauptwohnsitz in Österreich auf die ALLE folgenden Punkte zutreffen, können einen Antrag stellen:

  • Im eigenen Namen und auf eigene Rechnung werden im eigenen Haushalt, der auch Hauptwohnsitz ist, private Gästezimmer oder Ferienwohnungen mit insgesamt höchstens 10 Betten vermietet. Die Vermietung unterliegt nicht der Gewerbeordnung 1994.
  • Es ist ein Umsatzeinbruch von mindestens 50 % zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres zu verzeichnen.  Der Vergleich kann mit bestehenden Umsätzen des Jahres 2020 ODER mit Umsatzerwartungen für die jeweilige Größe der entsprechenden Tätigkeit erfolgen.
  • Es werden keine weiteren Förderungen in Form von Barauszahlungen durch Gebietskörperschaften bezogen. Ausgenommen sind Kurzarbeit, staatliche Garantien, Förderungen durch den Corona-Familienhärtefallausgleich, Fixkostenzuschuss oder der Lockdown-Umsatzersatz.
  • Personen, die zum Antragszeitpunkt eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung beziehen, bekommen keine Förderung.
  • Es besteht kein Anspruch auf Leistungen aus privaten bzw. beruflichen Versicherungen zur Abdeckung von COVID-19-Auswirkungen.
  • Weitere Einkünfte (abseits von Einkünften aus der Privatvermietung) sind möglich. Auch eine Mehrfachversicherung in der Kranken- und/oder Pensionsversicherung ist zulässig.
NEU seit 19.4.2021

Für den sogenannten Ausfallsbonus wurde der Kreis förderungswürdiger Vermieter erweitert!

  • Zusätzlich zu den bisherigen Förderungswerbern können nun alle Vermieter (gewerblich oder privat), die Einkünfte gemäß § 28 EStG beziehen und Tourismusabgaben (Tourismusbeiträge, Gästetaxen) abführen, um Förderung ansuchen. Beim Ausfallsbonus für touristische Vermieter ist aber nur der Vermieter selbst zur Antragstellung berechtigt. Ein Eigentümer, der nicht direkt selbst touristisch vermietet, sondern über eine Agentur, kann kein Förderungsansuchen stellen.
  • Antragsteller müssen ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben.
  • Der Umsatzausfall beträgt mindestens 40 % im Betrachtungszeitraum.
  • Für alle zu berücksichtigenden Umsätze müssen Tourismusabgaben geleistet worden sein. Umsätze aus touristischen Nächtigungen für die keine Abgaben zu leisten sind (z.B. für Kinder), werden aber berücksichtigt.
  • Wer vor dem 1.11.2020 noch keine Umsätze erzielt hat, hat keinen Anspruch auf den Ausfallsbonus. Wird die Vermietungstätigkeit von einem Rechtsvorgänger übernommen, kann der Ausfallsbonus gewährt werden!
  • Falls keine SV-Nr. in Österreich besteht (z.B. Grenzgänger), ist bei der Beantragung der Klientenummer im Feld SV-Nr. 0000 000000 anzugeben.
WELCHE ART VON FÖRDERUNG GIBT ES?

Die Förderung besteht aus einem nicht rückzahlbaren Zuschuss. Die maximale Gesamtförderungshöhe für die Abgeltung der Einkunftsverluste beträgt € 30.000,- und der maximale Comeback-Bonus € 7.500,- pro Förderungswerber. In Summe beträgt die maximale Gesamtförderung somit € 37.500,- pro Förderungswerber.

NEU: AUSFALLSBONUS
Der Ausfallsbonus kann für die Monate November 2020 bis Juni 2021 beantragt werden. Wem bereits ein Lockdown-Umsatz für November und Dezember 2020 gewährt wurde, kann für diese beiden Monate keinen Ausfallsbonus beantragen. Der Ausfallsbonus muss zusätzlich zu den Förderungen zur Abgeltung der Einkunftsverluste und in Form des ComebackBonus beantragt werden. Diese Förderungen sind aber nicht auf den Ausfallsbonus anzurechnen! Für jeden Monat ist ein gesondertes Ansuchen zu stellen.

WIE WIRD GEFÖRDERT?
  • Die Bemessungsgrundlage für die Förderhöhe ist die Differenz zwischen den Einkünften aus der Privatvermietung im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bzw. mit den Umsatzerwartungen. Für die Bemessung der Einkünfte aus der Vermietung werden jeweils die insgesamt erzielten Einkünfte von folgenden Zeiträumen
    16. März bis 15. April 2020
    16. April bis 15. Mai 2020
    16. Mai bis 15. Juni 2020
    16. Juni bis 15. Juli 2020
    16. Juli bis 15. August 2020
    16. August bis 15. September 2020
    16. September bis 15. Oktober 2020
    16. Oktober bis 15. November 2020
    16. November bis 15. Dezember 2020
    16. Dezember 2020 bis 15. Jänner 2021
    16. Jänner 2021 bis 15. Februar 2021
    16. Februar 2021 bis 15. März 2021
    16. März 2021 bis 15. April 2021
    16. April 2021 bis 15. Mai 2021
    16. Mai 2021 bis 15. Juni 2021
    mit denen der gleichen Zeiträume des Vorjahres verglichen. Der Vergleich kann mit bestehenden Umsätzen des Jahres 2020 oder mit  Umsatzerwartungen für die jeweilige Größe der entsprechenden Tätigkeit erfolgen, z.B. durch Nachweis von Buchungen oder Stornierungen.
    ACHTUNG: Für jeden der definierten Zeiträume muss ein separater Antrag eingebracht werden! Von der errechneten Differenz sind pauschal 50 % für nicht angefallene Ausgaben (für Frühstück, Reinigung, Heizung, Strom) abzuziehen.
  • Berechnung der Förderung:
    Die Förderung (= der nicht rückzahlbare Zuschuss) beträgt 80 % der Bemessungsgrundlage, mindestens aber € 500,-. Davon abweichend beträgt die Förderung für jene, die im Vergleichszeitraum noch nicht vermietet haben und erst zu einem späteren Zeitpunkt zu vermieten begonnen haben, pauschal € 500,-  je Betrachtungszeitraum.
    Die Förderung ist mit € 2.000,- pro Monat begrenzt. Der maximale Comeback-Bonus beträgt € 500,- pro Monat. Die Mindestauszahlung beträgt pro Monat (inklusive Aufstockung bei Minimalbeträgen und Comeback-Bonus) € 1.000,-.
    Liegen für den Zeitraum, für den die Verluste an Einkünften aus der Privatvermietung beantragt werden, andere Einkünfte im Sinne des §2 Abs. 3 EStG vor, müssen diese Einkünfte vom errechneten Förderbetrag abgezogen werden. Übersteigen diese Einkünfte die Summe von € 2.000,–, steht keine Förderung zur Abgeltung der Verluste und kein Comeback-Bonus zu.
  • Für die Monate November 2020 bis Juni 2021 gibt es zusätzlich den Ausfallsbonus.
MIT WIEVIEL FÖRDERUNG KANN ICH RECHNEN?

Ein Rechenbeispiel für ein Ansuchen im Betrachtungszeitraum 16. März bis 15. April:

Einkünfte Privatvermietung 16.3.-15.4.2019€ 8.000,-
Einkünfte Privatvermietung 16.3.-15.4.2020€ 1.000,-
Differenz (= Bemessungsgrundlage, mehr als 50 % Umsatzeinbruch)€ 7.000,-
abzgl. 50 % pauschal für nicht angefallene Ausgaben– € 3.500,-
80 % Förderanteil€ 2.800,-
abzgl. andere Einkünfte lt. § 2 Abs. 3 EStG, z.B. aus geringfügiger Beschäftigung (Annahme) – € 450,-
€ 2.350,-
max. Förderung pro Monat€ 2.000,-
zzgl. Comeback-Bonus€ 500,-
Auszahlung gesamt€ 2.500,-

 

NEU Ausfallsbonus
Ausfallsbonus für die Monate Nov. 2020 – Febr 2021, Mai, Juni 202115 % des Umsatzausfalls
Ausfallsbonus für März, April 202130 % des Umsatzausfalls
Erhöhter Ausfallsbonus für neue Berechtigte mit Einkünften nach §28 EStG und Zahlung von Tourismusabgaben für die Monate November – Februar, Mai, Juni25 % des Umsatzausfalls

Mindesthöhe Ausfallsbonus pro Monat: € 100,–, maximal € 15.000,–

Grundlage für die Ermittlung des Umsatzausfalls für den Ausfallsbonus:
Die heranzuziehenden Umsätze im Vergleichszeitraum (März 2019 – Februar 2020) und im Betrachtungszeitraum sind anhand des in der Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) für den jeweiligen Monat angegebenen Umsatzes nachzuweisen, der auf die Umsätze aus der Privatzimmervermietung oder sonstigen touristischen Vermietung von Gästezimmern oder Ferienwohnungen entfällt. Falls keine UVA für den jeweiligen Monat abzugeben war, ist die Summe der in der UVA für das Quartal, in das dieser Monat fällt, dividiert durch drei, heranzuziehen. Liegen diese Daten nicht vor, oder umfasst die UVA nicht alle Umsätze, sind Aufzeichnungen, die im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung, der Registrierkassenoder Belegerteilungspflicht oder für umsatzsteuerliche Zwecke geführt werden, heranzuziehen. Wenn keine UVA vorliegt bzw. gemacht wird, gilt das Entstehungsprinzip. So sollten zum Beispiel vorab erhaltene Anzahlungen erst im Antrag des jeweiligen Monats geltend gemacht werden, in dem die Gäste im Urlaub waren ( z.B. Anzahlung November, Urlaub Jänner = Antragszeitraum Jänner). Als belegmäßiger Nachweis gelten z.B. die Gästerechnungen. Sofern die Zusatzleistungen (z.B. Frühstück) im Zuge der Vermietung erfolgen und unter den Steuersatz von 10 % fallen, können diese im Umsatz berücksichtigt werden.

Bei Personen, die die Privatzimmervermietung gemeinsam betreiben, ist eine auf den einzelnen Förderungswerber bezogene Betrachtung anzustellen: Dies gilt für die Ermittlung der Differenz zwischen den Einkünften des vergleichbaren Zeitraums des Vorjahres und den Einkünften für den jeweiligen Betrachtungszeitraum und damit entsprechend für die Ermittlung der Förderung. Maßgebend sind die auf den jeweiligen Förderungswerber anteilig entfallenden Einkünfte.

Förderangaben im Rechenbeispiel ohne Gewähr!

WO KANN ICH DEN ANTRAG EINBRINGEN?

Die Abwicklung der Förderung erfolgt durch die Agrarmarkt Austria (AMA) mit einem Antragsformular, das online zur Verfügung gestellt wird.

Folgende Daten sind anzugeben:

  • Daten, die für die Identifikation des Antragsstellers nötig sind
  • Inländische Bankverbindung
  • Anzahl der Gästebetten/Ferienwohnungen und durchschnittlicher Preis pro Nächtigung pro Person
  • Gegenüberstellung der Umsätze aus der Privatvermietung im Betrachtungszeitraum
  • Bestätigung der Gemeinde:
    • Erklärung, dass für die Nächtigungen im betreffenden Zeitraum Tourismusabgaben (Ortstaxe, Tourismusbeiträge) bezahlt wurden (dazu ist ein Auszug aus dem Beitragskonto des Antragstellers, eine Abgabenerklärung oder ein anderer, vergleichbarer Nachweis betreffend den Vergleichszeitraum vorzulegen).
    • Bestätigung der Gemeinde, dass die Vermietertätigkeit noch aufrecht ist.
  • Vorlage des Formulars E1b als Beilage zur Einkommenssteuererklärung E 1 für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von bebauten und unbebauten Grundstücken 2019 als Nachweis zur korrekten Versteuerung der Einkünfte.
  • Angaben zu privaten bzw. beruflichen Versicherungen zur Abdeckung von COVID-19-Auswirkungen
  • ACHTUNG: Für jeden der genannten Zeiträume muss ein separater Antrag eingebracht werden!

Es besteht die Verpflichtung, entsprechende Dokumente auf Anforderung vorzulegen. Das Förderansuchen ist unter Abgabe einer eidesstattlichen Erklärung zu bestätigen und zu unterschreiben bzw. die Identität nachzuweisen (z.B. mit einem Reisepass).

Die Abwicklung erfolgt in zwei Schritten: Ersterfassung der Stammdaten (Registrierung und Zusendung einer Klientennummer und eines PIN-Codes per Post), dann kann der Antrag online gestellt werden.
Hier geht es zur: Registrierung über die AMA

BIS WANN KANN DER AUSFALLSBONUS BEANTRAGT WERDEN?

Der Ausfallsbonus kann ab dem 16. des auf den Betrachtungszeitraum folgenden Kalendermonats bis zum 15. des auf den Betrachtungszeitraum drittfolgenden Kalendermonats beantragt werden.
Beispiel: Für den Betrachtungszeitraum Ausfallsbonus März ist eine Antragsstellung vom 15.4.2021 bis zum 15.6.202 möglich. Die Antragstellung für die Betrachtungszeiträume
November 2020, Dezember 2020, Jänner 2021 und Februar 2021 war nur bis zum 31. Mai 2021 möglich.