Häuser in Schwarzenberg, (c) Jana Sabo, friendship.is
FAQs zum teilweisen Ersatz von Einkünften aus der Privatvermietung

COVID-19 Förderung für Privatvermieter

Die wichtigsten Fragen zur Förderung von Privatvermietern laut Härtefallfonds (inkl. Ausfallbonus), Stand der Informationen 22.9.2021.

Ziel der Förderung ist es, die durch die Ausbreitung von SARS-CoV-2 (COVID-19) entstandenen Härtefälle bei der Privatzimmervermietung im Sinne des Härtefallfondsgesetzes durch Zuschüsse abzufedern. Gefördert werden Vermieter, die durch die COVID-19-Krise wirtschaftlich signifikant betroffen sind.

WER KANN DIE FÖRDERUNG BEANTRAGEN?

Privatvermieter mit Hauptwohnsitz in Österreich auf die ALLE folgenden Punkte zutreffen, können einen Antrag stellen:

  • Im eigenen Namen und auf eigene Rechnung werden im eigenen Haushalt, der auch Hauptwohnsitz ist, private Gästezimmer oder Ferienwohnungen mit insgesamt höchstens 10 Betten vermietet. Die Vermietung unterliegt nicht der Gewerbeordnung 1994.
  • Es ist ein Umsatzeinbruch von mindestens 50 % zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres zu verzeichnen.  Der Vergleich kann mit bestehenden Umsätzen ODER mit Umsatzerwartungen für die jeweilige Größe der entsprechenden Tätigkeit erfolgen.
  • Es werden keine weiteren Förderungen in Form von Barauszahlungen durch Gebietskörperschaften bezogen. Ausgenommen sind Kurzarbeit, staatliche Garantien, Förderungen durch den Corona-Familienhärtefallausgleich, Fixkostenzuschuss oder der Lockdown-Umsatzersatz.
  • Personen, die zum Antragszeitpunkt eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung beziehen, bekommen keine Förderung.
  • Es besteht kein Anspruch auf Leistungen aus privaten bzw. beruflichen Versicherungen zur Abdeckung von COVID-19-Auswirkungen.
  • Weitere Einkünfte (abseits von Einkünften aus der Privatvermietung) sind möglich. Auch eine Mehrfachversicherung in der Kranken- und/oder Pensionsversicherung ist zulässig.
Ausfallsbonus II

Für den sogenannten Ausfallsbonus wurde der Kreis förderungswürdiger Vermieter erweitert!

  • Zusätzlich zu den bisherigen Förderungswerbern können nun alle Vermieter (gewerblich oder privat), die Einkünfte gemäß § 28 EStG beziehen und Tourismusabgaben (Tourismusbeiträge, Gästetaxen) abführen, um Förderung ansuchen. Beim Ausfallsbonus für touristische Vermieter ist aber nur der Vermieter selbst zur Antragstellung berechtigt. Ein Eigentümer, der nicht direkt selbst touristisch vermietet, sondern über eine Agentur, kann kein Förderungsansuchen stellen.
  • Antragsteller müssen ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben.
  • Der Umsatzausfall beträgt mindestens 50 % gegenüber dem Vergleichszeitraum.
  • Für alle zu berücksichtigenden Umsätze müssen Tourismusabgaben geleistet worden sein. Umsätze aus touristischen Nächtigungen für die keine Abgaben zu leisten sind (z.B. für Kinder), werden aber berücksichtigt.
  • Falls keine SV-Nr. in Österreich besteht (z.B. Grenzgänger), ist bei der Beantragung der Klientenummer im Feld SV-Nr. 0000 000000 anzugeben.
WELCHE ART VON FÖRDERUNG GIBT ES?

Die Förderung besteht aus einem nicht rückzahlbaren Zuschuss (Härtefallfonds) – Auszahlungsphase 3

Weiters kann der Ausfallsbonus II für die Monate Juli, August, September 2021 beantragt werden. Der Ausfallsbonus muss zusätzlich zu den Förderungen zur Abgeltung der Einkunftsverluste beantragt werden. Diese Förderungen sind aber nicht auf den Ausfallsbonus anzurechnen! Für jeden Monat ist ein gesondertes Ansuchen zu stellen.

WIE WIRD GEFÖRDERT?
  • Die Bemessungsgrundlage für die Förderhöhe ist die Differenz zwischen den Einkünften aus der Privatvermietung im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bzw. mit den Umsatzerwartungen. Für die Bemessung der Einkünfte aus der Vermietung werden jeweils die insgesamt erzielten Einkünfte in den definierten Betrachtungszeiträumen (jeweils Monate bis September 2021) mit denen der gleichen Zeiträume des Vorjahres verglichen. Der Vergleich kann mit bestehenden Umsätzen des Jahres 2020 oder mit  Umsatzerwartungen für die jeweilige Größe der entsprechenden Tätigkeit erfolgen, z.B. durch Nachweis von Buchungen oder Stornierungen.
    ACHTUNG: Für jeden der definierten Zeiträume muss ein separater Antrag eingebracht werden! Von der errechneten Differenz sind pauschal 50 % für nicht angefallene Ausgaben (für Frühstück, Reinigung, Heizung, Strom) abzuziehen.
  • Berechnung der Förderung:
    Die Förderung (= der nicht rückzahlbare Zuschuss) beträgt 80 % der Bemessungsgrundlage, mindestens aber € 600,-.
    Die Förderung ist mit € 2.000,- pro Monat begrenzt.
    Liegen für den Zeitraum, für den die Verluste an Einkünften aus der Privatvermietung beantragt werden, andere Einkünfte im Sinne des §2 Abs. 3 EStG vor, müssen diese Einkünfte vom errechneten Förderbetrag abgezogen werden. Übersteigen diese Einkünfte die Summe von € 2.000,–, steht keine Förderung zur Abgeltung der Verluste.
  • Für die Monate Juli, August, September 2021 gibt es weiteres den Ausfallsbonus II.
MIT WIEVIEL FÖRDERUNG KANN ICH RECHNEN?

Ein Rechenbeispiel für ein Ansuchen im Betrachtungszeitraum 16. Juli bis 15. August:

Einkünfte Privatvermietung 16.7.-15.8.2020€ 8.000,-
Einkünfte Privatvermietung 16.7.-15.8.2021€ 1.000,-
Differenz (= Bemessungsgrundlage, mehr als 50 % Umsatzeinbruch)€ 7.000,-
abzgl. 50 % pauschal für nicht angefallene Ausgaben– € 3.500,-
80 % Förderanteil€ 2.800,-
abzgl. andere Einkünfte lt. § 2 Abs. 3 EStG, z.B. aus geringfügiger Beschäftigung (Annahme) – € 450,-
€ 2.350,-
max. Förderung pro Monat€ 2.000,-
Ausfallsbonus II

Für die Monate Juli, August, Sepember beträgt der Ausfallbonus 40 % des ermittelten Umsatzausfalls. Die Mindesthöhe des Ausfallsbonus beträgt pro Monat: € 100,–, maximal € 15.000,–

Grundlage für die Ermittlung des Umsatzausfalls für den Ausfallsbonus:
Die heranzuziehenden Umsätze im Vergleichszeitraum (jeweiliger Monat 2019) und im Betrachtungszeitraum sind anhand des in der Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) für den jeweiligen Monat angegebenen Umsatzes nachzuweisen, der auf die Umsätze aus der Privatzimmervermietung oder sonstigen touristischen Vermietung von Gästezimmern oder Ferienwohnungen entfällt. Falls keine UVA für den jeweiligen Monat abzugeben war, ist die Summe der in der UVA für das Quartal, in das dieser Monat fällt, dividiert durch drei, heranzuziehen. Liegen diese Daten nicht vor, oder umfasst die UVA nicht alle Umsätze, sind Aufzeichnungen, die im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung, der Registrierkassenoder Belegerteilungspflicht oder für umsatzsteuerliche Zwecke geführt werden, heranzuziehen. Wenn keine UVA vorliegt bzw. gemacht wird, gilt das Entstehungsprinzip. So sollten zum Beispiel vorab erhaltene Anzahlungen erst im Antrag des jeweiligen Monats geltend gemacht werden, in dem die Gäste im Urlaub waren ( z.B. Anzahlung November, Urlaub Jänner = Antragszeitraum Jänner). Als belegmäßiger Nachweis gelten z.B. die Gästerechnungen. Sofern die Zusatzleistungen (z.B. Frühstück) im Zuge der Vermietung erfolgen und unter den Steuersatz von 10 % fallen, können diese im Umsatz berücksichtigt werden.

Bei Personen, die die Privatzimmervermietung gemeinsam betreiben, ist eine auf den einzelnen Förderungswerber bezogene Betrachtung anzustellen: Dies gilt für die Ermittlung der Differenz zwischen den Einkünften des vergleichbaren Zeitraums des Vorjahres und den Einkünften für den jeweiligen Betrachtungszeitraum und damit entsprechend für die Ermittlung der Förderung. Maßgebend sind die auf den jeweiligen Förderungswerber anteilig entfallenden Einkünfte.

Förderangaben im Rechenbeispiel ohne Gewähr!

WO KANN ICH DEN ANTRAG EINBRINGEN?

Die Abwicklung der Förderung erfolgt durch die Agrarmarkt Austria (AMA) mit einem Antragsformular, das online zur Verfügung gestellt wird.

Folgende Daten sind anzugeben:

  • Daten, die für die Identifikation des Antragsstellers nötig sind
  • Inländische Bankverbindung
  • Anzahl der Gästebetten/Ferienwohnungen und durchschnittlicher Preis pro Nächtigung pro Person
  • Gegenüberstellung der Umsätze aus der Privatvermietung im Betrachtungszeitraum
  • Bestätigung der Gemeinde:
    • Erklärung, dass für die Nächtigungen im betreffenden Zeitraum Tourismusabgaben (Ortstaxe, Tourismusbeiträge) bezahlt wurden (dazu ist ein Auszug aus dem Beitragskonto des Antragstellers, eine Abgabenerklärung oder ein anderer, vergleichbarer Nachweis betreffend den Vergleichszeitraum vorzulegen).
    • Bestätigung der Gemeinde, dass die Vermietertätigkeit noch aufrecht ist.
  • Vorlage des Formulars E1b als Beilage zur Einkommenssteuererklärung E 1 für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von bebauten und unbebauten Grundstücken 2019 als Nachweis zur korrekten Versteuerung der Einkünfte.
  • Angaben zu privaten bzw. beruflichen Versicherungen zur Abdeckung von COVID-19-Auswirkungen
  • ACHTUNG: Für jeden der genannten Zeiträume muss ein separater Antrag eingebracht werden!

Es besteht die Verpflichtung, entsprechende Dokumente auf Anforderung vorzulegen. Das Förderansuchen ist unter Abgabe einer eidesstattlichen Erklärung zu bestätigen und zu unterschreiben bzw. die Identität nachzuweisen (z.B. mit einem Reisepass).

Die Abwicklung erfolgt in zwei Schritten: Ersterfassung der Stammdaten (Registrierung und Zusendung einer Klientennummer und eines PIN-Codes per Post), dann kann der Antrag online gestellt werden.
Hier geht es zur: Registrierung über die AMA

BIS WANN KANN DIE FÖRDERUNG BEANTRAGT WERDEN?

Die Ansuchen für den Härtefallfonds – Auszahlungsphase 3 – können bis spätestens 31.10.2021 eingebracht werden.
Der Ausfallsbonus II kann ab dem 16. des auf den Betrachtungszeitraum folgenden Kalendermonats bis zum 15. des auf den Betrachtungszeitraum viertfolgenden Kalendermonats beantragt werden.
Die Antragstellung für einen Ausfallbonus II für die Monate Juli und August 2021 ist bereits möglich. Der Ausfallbonus II für den Monat September 2021 ist ab dem 16.10.2021 bis zum 15. Jänner 2022 möglich.