Häuser in Schwarzenberg, (c) Jana Sabo, friendship.is
FAQs zum teilweisen Ersatz von Einkünften aus der Privatvermietung

COVID-19 Förderung für Privatvermieter

Wir haben die wichtigsten Fragen (FAQs) zur Förderung von Privatvermietern laut der Sonderrichtlinie gemäß Härtefallfondsgesetz (BGBl I Nr. 16/2020) zusammengefasst (20. Juli 2020).

Ziel der Förderung ist es, die durch die Ausbreitung von SARS-CoV-2 (COVID-19) entstandenen Härtefälle bei der Privatzimmervermietung im Sinne des Härtefallfondsgesetzes durch Zuschüsse abzufedern. Gefördert werden natürliche Personen, die durch die COVID-19-Krise wirtschaftlich signifikant betroffen sind.

WER KANN DIE FÖRDERUNG BEANTRAGEN?

Privatvermieter mit Hauptwohnsitz in Österreich auf die ALLE folgenden Punkte zutreffen, können einen Antrag stellen:

  • Im eigenen Namen und auf eigene Rechnung werden im eigenen Haushalt, der auch Hauptwohnsitz ist, private Gästezimmer oder Ferienwohnungen mit höchstens 10 Betten vermietet. Die Vermietung unterliegt nicht der Gewerbeordnung 1994.
  • Es ist ein Umsatzeinbruch von mindestens 50 % zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres zu verzeichnen.  Der Vergleich kann mit bestehenden Umsätzen des Jahres 2020 ODER mit Umsatzerwartungen für die jeweilige Größe der entsprechenden Tätigkeit erfolgen.
  • Es werden keine weiteren Förderungen in Form von Barauszahlungen durch Gebietskörperschaften bezogen. Ausgenommen sind Kurzarbeit und staatliche Garantien.
  • Es besteht kein Anspruch auf Leistungen aus privaten bzw. beruflichen Versicherungen zur Abdeckung von COVID-19-Auswirkungen.
  • Weitere Einkünfte (abseits von Einkünften aus der Privatvermietung) sind möglich. Auch eine Mehrfachversicherung in der Kranken- und/oder Pensionsversicherung ist zulässig.
WELCHE ART VON FÖRDERUNG GIBT ES?

Die Förderung besteht aus einem nicht rückzahlbaren Zuschuss für max. 6 Monate. Die maximale Gesamtförderungshöhe für die Abgeltung der Einkunftsverluste beträgt € 12.000,- und der maximale Comeback-Bonus € 3.000,- pro Förderungswerber. In Summe beträgt die maximale Gesamtförderung somit € 15.000 pro Förderungswerber.

WIE WIRD GEFÖRDERT?
  • Die Bemessungsgrundlage für die Förderhöhe ist die Differenz zwischen den Einkünften aus der Privatvermietung im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bzw. mit den Umsatzerwartungen erfolgen. Für die Bemessung der Einkünfte aus der Vermietung werden jeweils die insgesamt erzielten Einkünfte von 6 frei wählbaren Zeiträumen, d.s.
    16. März bis 15. April 2020
    16. April bis 15. Mai 2020
    16. Mai bis 15. Juni 2020
    16. Juni bis 15. Juli 2020
    16. Juli bis 15. August 2020
    16. August bis 15. September 2020
    16. September bis 15. Oktober 2020
    16. Oktober bis 15. November 2020
    16. November bis 15. Dezember 2020
    mit denen der gleichen Zeiträume des Vorjahres verglichen. Der Vergleich kann mit bestehenden Umsätzen des Jahres 2020 oder mit  Umsatzerwartungen für die jeweilige Größe der entsprechenden Tätigkeit erfolgen, z.B. durch Nachweis von Buchungen oder Stornierungen.
    ACHTUNG: Für jeden der 6 definierten Zeiträume muss ein separater Antrag eingebracht werden! Von der errechneten Differenz sind pauschal 50 % für nicht angefallene Ausgaben (für Frühstück, Reinigung, Heizung, Strom) abzuziehen.
  • Berechnung der Förderung:
    Die Förderung (= der nicht rückzahlbare Zuschuss) beträgt 80 % der Bemessungsgrundlage, mindestens aber € 500,-.
    Davon abweichend beträgt die Förderung für jene, die im Vergleichszeitraum noch nicht vermietet haben und erst zu einem späteren Zeitpunkt zu vermieten begonnen haben, pauschal € 500,-  je Betrachtungszeitraum.
    Die Förderung ist mit € 2.000,- pro Monat begrenzt. Der maximale Comeback-Bonus beträgt € 500,– pro Monat.
    Liegen für den Zeitraum, für den die Verluste an Einkünften aus der Privatvermietung beantragt werden, andere Einkünfte im Sinne des §2 Abs. 3 EStG vor, müssen diese Einkünfte vom errechneten Förderbetrag abgezogen werden. Übersteigen diese Einkünfte die Summe von € 2.000,–, steht keine Förderung zur Abgeltung der Verluste und kein Comeback-Bonus zu.
MIT WIEVIEL FÖRDERUNG KANN ICH RECHNEN?

Ein Rechenbeispiel für ein Ansuchen im Betrachtungszeitraum 16. März bis 15. April:

Einkünfte Privatvermietung 16.3.-15.4.2019€ 8.000,-
Einkünfte Privatvermietung 16.3.-15.4.2020€ 1.000,-
Differenz (= Bemessungsgrundlage, mehr als 50 % Umsatzeinbruch)€ 7.000,-
abzgl. 50 % pauschal für nicht angefallene Ausgaben– € 3.500,-
80 % Förderanteil€ 2.800,-
abzgl. andere Einkünfte lt. § 2 Abs. 3 EStG, z.B. aus geringfügiger Beschäftigung (Annahme) – € 450,-
€ 2.350,-
max. Förderung pro Monat€ 2.000,-
zzgl. Comeback-Bonus€ 500,-
Auszahlung gesamt€ 2.500,-

 

Bei Personen, die die Privatzimmervermietung gemeinsam betreiben, ist eine auf den einzelnen Förderungswerber bezogene Betrachtung anzustellen: Dies gilt für die Ermittlung der Differenz zwischen den Einkünften des vergleichbaren Zeitraums des Vorjahres und den Einkünften für den jeweiligen Betrachtungszeitraum und damit entsprechend für die Ermittlung der Förderung. Maßgebend sind die auf den jeweiligen Förderungswerber anteilig entfallenden Einkünfte.

Förderangaben im Rechenbeispiel ohne Gewähr!

 

WO KANN ICH DEN ANTRAG EINBRINGEN?

Die Abwicklung der Förderung erfolgt durch die Agrarmarkt Austria (AMA) mit einem Antragsformular, das online zur Verfügung gestellt wird.

Folgende Daten sind anzugeben:

  • Daten, die für die Identifikation des Antragsstellers nötig sind
  • Die inländische Bankverbindung
  • Anzahl der Gästebetten und durchschnittlicher Preis pro Nächtigung pro Person
  • Gegenüberstellung der Einnahmen aus der Privatvermietung im Betrachtungszeitraum 2020 und 2019
  • Erklärung, dass für die Nächtigungen im betreffenden Zeitraum 2019 und 2020 Tourismusabgaben (Ortstaxe, Tourismusbeiträge) bezahlt wurden
  • ACHTUNG: Für jeden der genannten Zeiträume muss ein separater Antrag eingebracht werden!

Es besteht die Verpflichtung, entsprechende Dokumente auf Anforderung vorzulegen. Das Förderansuchen ist unter Abgabe einer eidesstattlichen Erklärung zu bestätigen und zu unterschreiben bzw. die Identität nachzuweisen (z.B. mit einem Reisepass).

Die Abwicklung erfolgt in zwei Schritten: Ersterfassung der Stammdaten (Registrierung und Zusendung einer Klientennummer und eines PIN-Codes per Post), dann kann der Antrag online gestellt werden.
Hier geht es zur: Registrierung über die AMA

BIS WANN KANN ICH DIE FÖRDERUNG BEANTRAGEN?

Ansuchen für die Phase 2 können ab 16. April 2020 bis 31. Jänner 2021 vorbehaltlich der budgetären Deckung eingebracht werden.
Bereits gestellte Ansuchen werden automatisch nach der neuen Richtlinie (20.7.2020) abgewickelt. Antragsteller müssen also nichts tun.
Wer allerdings einen anderen Berechnungszeitraum anwenden möchte, kann ein bereits gestelltes Ansuchen für den Betrachtungszeitraum 16.3. bis 15.4.2020 bis 31.7.2020 zurückziehen.