Winterwandern Zug © Lucas Tiefenthaler / Vorarlberg Tourismus

Strategische Verdichtung und klare Steuerung

Geschäftsbericht 2025

Rollen und Schnittstellen zwischen Land Vorarlberg, Wirtschaftskammer, Vorarlberg Tourismus und Destinationen wurden klarer gefasst. Diese Schärfung verbessert die Umsetzungsfähigkeit bei strategischen Zukunftsthemen.

Joachim Kresser (c) Nina Bröll
Zwei Gravelbiker - eine Frau und ein Mann - fahren mit Gravelbikes der Bregenzerach entlang, beide tragen einen Fahrradhelm.

„2025 stand im Zeichen der Konsolidierung, Verdichtung und strukturellen Weiterentwicklung der Tourismusstrategie 2030. Neben der Umsetzung zentraler Projekte lag ein besonderer Fokus auf wirksamer Zusammenarbeit und langfristiger Orientierung im Tourismussystem.“

Mag. Joachim Kresser, stellvertretender Geschäftsführer und Bereichsleiter Entwicklung

Qualität und Gastgeben
Der Vorarlberger Tourismuspreis sowie das Netzwerk Gastgeben auf Vorarlberger Art (GVA) machten auch 2025 Betriebe und Organisationen sichtbar, die Tourismus als Teil des Lebensraums verstehen und aktiv gestalten.

Mit „GVA zu Gast“ wurden zwei Austauschformate umgesetzt. Beide Treffen verbanden konkrete Praxisbeispiele mit persönlichem Erfahrungsaustausch. Im März öffnete das Biohotel Walserstuba in Riezlern seine Türen. Der Fokus lag auf werteorientierter Betriebsführung, regionaler Verankerung und der Rolle von Gastgeber:innen im sozialen Gefüge des Ortes. Im Oktober fand „GVA zu Gast“ im Posthotel Taube in Schruns statt. Gastgeber:innen und Branchenvertreter:innen diskutierten dort, wie Traditionsbetriebe Haltung bewahren und zugleich innovativ bleiben können. Die Formate boten Raum für Begegnung, gegenseitiges Lernen und Inspiration.

Innovationsprojekte: die Auseinandersetzung mit der Zukunft des Tourismus in Vorarlberg
Mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurden in Kooperation mit den Destinationen sechs Reallabore durchgeführt. Reallabore sind praxisnahe Experimentierräume, in denen Destinationen, Betriebe, Wissenschaft und Verwaltung an konkreten Fragestellungen arbeiten. Sie setzten sich mit unterschiedlichen Formen von Wandel und Zukunft des Tourismus auseinander. Das Reallabor Vorarlberg präsentiert im Frühling 2026 seine Ergebnisse im Rahmen eines Symposiums.

Tourismusdaten liefern eine wichtige Voraussetzung zum Verstehen von Herausforderungen. Der Tourismusmonitor Austria (T-MONA) wurde 2025 neu aufgesetzt und bleibt die zentrale österreichweite Gästebefragung. Eine Studie zum Freizeit- und Naherholungstourismus in Zusammenarbeit mit der Hochschule St. Gallen analysierte die Bedeutung von Tagesgästen in Vorarlberg. Ergänzend dazu wurde der Tourismusnavigator Vorarlberg ausgebaut, als Basis für die systematische Arbeit mit Daten, deren Analyse und Vermittlung. Diese Logik setzt sich im Projekt Datahub Vorarlberg fort: Im Mittelpunkt stehen das Verstehen von Daten mit dem Ziel, bessere Entscheidungen zu ermöglichen.

Nachhaltigkeit durch Kooperation, Kompetenzaufbau und Vernetzung
In der ARGE Nachhaltigkeit tauschten sich Vertreter:innen der Destinationen regelmäßig aus – in Präsenztreffen, online und in einem Arbeitstreffen im Umweltinstitut Vorarlberg. Anliegen waren die Weiterentwicklung von Know-how sowie die Verankerung nachhaltiger Prinzipien in Projekten und Entscheidungsprozessen.
Begleitend dazu wurden Workshops zu den Inner Development Goals durchgeführt. Persönliche und organisatorische Kompetenzen, die für Kooperation, Veränderungsprozesse und langfristige Transformation entscheidend sind, wurden vermittelt, um die ARGE in der Nachhaltigkeitsarbeit bestmöglich zu unterstützen. Gleichzeitig trugen sie zur Vernetzung über Destinationen und Themenfelder hinweg bei.
Erfreulich ist, dass die Anzahl zertifizierter Betriebe im Jahr 2025 um 40 % zunahm. Das Montafon erhielt als Gesamtregion das Österreichische Umweltzeichen.

Mobilität als systemischer Hebel
Mobilität bestätigte sich 2025 weiter als zentraler Hebel für Qualität und Nachhaltigkeit im Tourismus. Mit einem Steuerungskreis und der Plattform Mobilität und Tourismus wurde der Austausch zwischen Land, Vorarlberg Tourismus, Verkehrsverbund Vorarlberg, Destinationen und Gemeindeverbänden intensiviert. Rund 30 Akteur:innen arbeiteten gemeinsam an Themen wie nachhaltiger Anreise, Gästemobilität und integrierter Angebotsentwicklung.

Das VVV Smart Mobility Lab widmete sich Fragestellungen wie der Radmitnahme im ÖPNV. Auf Bundesebene brachte sich Vorarlberg im Sinne des Wissenstransfers aktiv in die Plattform Mobilität im Tourismus ein. Mit der Fachhochschule Vorarlberg steht ein Projekt zur Gästebefragung in Bodensee-Vorarlberg und in der Alpenregion Bludenz in den Startlöchern. Der Start der Befragung zum Mobilitätsverhalten ist für Sommer 2026 geplant.

Fokus auf langfristige Wirkung
Die strategische Entwicklungsarbeit 2025 leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung von Nachhaltigkeit, Mobilität und Kooperation im Tourismussystem Vorarlberg. Im Mittelpunkt standen klare Strukturen, gemeinsame Verantwortung und langfristige Qualität statt kurzfristiger Effekte.

 

 

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